11 Tipps zum Vocal Recording

11 Tipps zum Vocal Recording

was du als Tontechniker/Produzent wissen solltest

 

Dieses Skript soll Die zeigen, dass hinter einer guten Gesangsaufnahme mehr steckt als das Mikro aufzubauen und den Aufnahmeknopf zu drücken. Wir wollen Dir elf Tipps mit auf den Weg geben, die Dir zu einem besseren Sound verhelfen.

1. Das Arrangement

Das Arrangement sollte Platz für den Gesang lassen. In einer Musikproduktion ist das Recording der Gesänge meist der letzte Schritt in der Aufnahmekette. Du musst daher schon während der Produktion der Instrumentenspuren immer darauf achten, dass kein Instrument sich zu stark vor den Gesang stellt. Mach deshalb bereits früh einige Gesangstakes, an denen du dich beim Recording der anderen Instrumente orientieren kannst. So ist es zudem möglich nicht nur dem Gesang Platz zu verschaffen, sondern auch musikalisch und rhythmisch auf ihn einzugehen und die Komposition zu verbessern.

2. Gesangsperformance

Wann ist die Gesangsperformance am besten? Sprich Dich mit dem/der Sänger/in ab, zu welcher Uhrzeit es ihm/ihr am liebsten ist Aufnahmen zu machen. Nicht jeder hat morgens um acht schon sein volles Stimmpotential erreicht. Zudem sollte er/sie zwei Stunden vor Beginn der Aufnahme bereits wach und ausgeschlafen, und natürlich nüchtern sein, bevor es ins Studio geht.

3. Atmosphäre

Für gute Atmosphäre sorgen. Jeder der sich vor ein Mikrofon stellt und kreativ werden soll freut sich, wenn der Raum in dem Aufgenommen wird nicht dunkel und erdrückend ist. Deswegen solltest du beispielsweise mit ein paar Pflanzen und einer schönen Beleuchtung für eine gute Atomsphäre sorgen, denn Die Musiker werden viele Stunden in Deinem Aufnahmeraum verbringen. Klingt banal und einfach, hilft aber ungemein.

4. Einsingen

Einsingen! Das ist eine gute Möglichkeit für Dich bereits vor der Aufnahme zu hören, ob jemand mit einer gesunden und wachen Stimme ins Studio gekommen ist. Die Stimme wird durch gezielte Übungen, wie die Muskeln beim Aufwärmen im Sport, schonend auf das Singen vorbereitet. Zudem verhilft es dem/der Sänger/in zur nötigen Konzentration. Falls Du keine Übungen kennst gibt es eine Vielzahl an Gesangsbüchern mit Noten für Klavier und möglichen Übungen. Meist sind CD’s mit Übungen den Büchern beigelegt, falls Du kein Klavier zur Hand hast oder es nicht spielen kannst.

5. Texte

Texte ausgedruckt bereithalten. Der/Die Sänger/in sollte zwar absolut textsicher ins Studio kommen, halte trotzdem die Band an, Dir bereits vor der Aufnahme die Texte zum Ausdrucken zukommen zu lassen. Damit ist gewährleistet, dass immer ein Textexemplar im Studio ist. Wenn deutschsprachige Bands englische Texte verfassen, versteckt sich hin und wieder der ein oder andere Grammatikfehler darin, welcher im Vorfeld ausgebessert werden kann. Auch Wortkombinationen die schier unsingbar sind oder einfach nicht gut klingen können so vorher korrigiert werden. Nach dem Einsingen solltest Du den Text mit dem/der Sänger/in noch mal durchgehen. Mach Dir während der Aufnahme Notizen. Die Bezeichnung der Songparts auf dem Papier sollte die gleiche sein wie in Deiner DAW, um Dich in Deinen Notizen orientieren zu können.

6. Einsingen

Bestes Equipment und Auswahl. Klar solltest du speziell bei der Stimme darauf achten Dein bestes Equipment aufzufahren. Es muss aber auch zu dem was Du aufnimmst passen. So kann zum Beispiel ein schlechteres Mikro mit einem besseren Nahbesprechungseffekt Dich zum Ziel bringen. Auch die Wahl der Kopfhörer ist wichtig. Schlagzeuger bevorzugen meist geschlossene Kopfhörer oder bringen ihre eigenen InEar Systeme zur Aufnahme mit. Für Sänger/innen und alle anderen Musiker solltest Du auf jeden fall einen geschlossenen und einen halb offenen Kopfhörer haben, um ihnen eine Auswahl zu geben.

7. Pop-Schutz

Stell den Pop-Schutz auf ein Stativ. Das kann Dir in der Tat den Sound erheblich verbessern. Alles was Du zusätzlich am Mikrostativ anbringst kann mitschwingen und in das Mikrofon einsprechen. Zudem bist Du flexibler. Richte Dir zuerst die Position des Mikrofons ein und stell den Pop-Schutz einfach davor. Somit musst Du nichts mehr zusätzlich am Mirkostativ Galgen anschrauben.

8. Pegel

Achte immer auf den Pegel. Lasse den/die Sänger/in vor einem neuen Songteil den Part singen, damit Du nachpegeln kannst. Richtig zu pegeln ist enorm wichtig für die Qualität der Aufnahme, dafür sollte also immer Zeit sein.

9. Recording Part für Part

Part für Part aufnehmen. Eure/n Sänger/in den ganzen Song ein paar mal hintereinander singen zu lassen kostet unnötige Kraft, deswegen sollte jeder Teil einzeln gesungen werden. Du kannst gerne versuchen den letzten Refrain zuerst aufzunehmen. Die Stimmkraft deines/deiner Sänger/in ist zu Beginn noch an Stärksten. Wichtig bei dieser Methode ist aber, dass Du jeden Übergang der Songparts im Kontext anhörst um gleich zu beurteilen ob ein Schnitt gut und ein Übergang reibungslos klingt.

10. Ausreichend Takes

Nimm von jedem Part immer mehrere Takes auf! So kannst Du aus mehreren Takes jede beste Phrase, Wörter, sogar Silben auswählen. Damit lässt sich der „perfekte“ Take schneiden. Auf diese Weise erhältst du auch genug Material um schöne Effekte erzielen. Dopple die Gesänge, verteile sie im Panorama oder lege sie übereinander. All das ergibt interessante Sounds.

11. Schone die Stimme

Schone die Stimme! Für einen einheitlichen Klang der Stimme während eines Songs ist es wichtig, ihn an einem Tag aufzunehmen. Jeden Tag klingt die Stimme im Vergleich leicht unterschiedlich … das fällt auf! Um die Kraft über einen Tag zu verteilen müssen rechtzeitige Pausen daher unbedingt sein. Du hörst über die Monitore am besten wann der Zeitpunkt gekommen ist. Wenn Du ein ganzes Album aufnimmst macht es sogar Sinn, die Kraftreserven über den ganzen Produktionszeitraum zu verteilen. Gib Sänger/innen lieber zwei bis drei Tage Pause, anstatt sie eine Woche jeden Tag sieben Stunden vor das Mikro zu stellen. Zudem solltest Du für Sänger/innen immer einen Wasser und Tee Vorrat im Studio haben.