Akustik Tipps für Deinen Regieraum

Akustik Tipps für Deinen Regieraum

Wie verbessere ich den Sound am Abhörplatz?

 

In diesem Beitrag möchten wir Dir einige simple Tricks zur Verbesserung des Sounds am Regieplatz aufzeigen. Um Missverständnisse auszuschließen sei vorweg erwähnt, dass eine professionelle Tonregie natürlich höhere Ansprüche stellt als in diesem Beitrag erläutert. Trotzdem wird sich mit einfachen Mitteln die Qualität deines Mixes verbessern.

Wieso ist die Akustik für uns Tontechniker so entscheidend? Ganz einfach, wir wollen das aufgenommene Material so gut wie möglich hören und neutral beurteilen können. Probleme hierbei sind die Vermischung des Direktschalls der Lautsprecher und der Reflexionen der Wände. Das verändert den Klang durch Phasenschiebungen und Kammfiltereffekte. Stehende Wellen im Raum sorgen für Anhebungen oder Auslöschungen von bestimmten Frequenzbereichen. Diese treten in jedem Raum unterschiedlich auf und werden in professionellen Studios mit eigens dafür Konstruierten Wänden und Akustikmodulen kontrolliert. Obwohl diese Thematik einiges an Know-how im Akustikbau erfordert, erläutern wir im Folgenden einige Grundregeln und Tricks, welcher Du dich bedienen kannst.

Gehen wir zunächst auf den Raum ein. Er sollte symmetrisch sein, sowohl was die Wandflächen, als auch ihre Beschaffenheit betrifft. Achte also darauf nicht beispielsweise rechts eine hohe Wand und links eine Deckenschräge zu haben. Die Abhörposition liegt auf der Symmetrieachse. Hast du dir im Musikgeschäft bereits Studio-Nahfeldmonitore besorgt? … Gut, ihre Aufstellung ist sehr wichtig für den Klang. Hierzu gelten sechs Faustregeln:

  • Halte einen Abstand zur hinteren Wand von mindestens 0,8m ein.
  • Stell die Lautsprecher nicht weiter als max. 2m auseinander.
  • Die Boxen müssen zur linken und rechten Wand denselben Abstand haben.
  • Stereo Dreieck einhalten! Deine Sitzposition soll mittig zwischen den Lautsprechern sein und mit ihnen ein gleichseitiges Dreieck bilden. Stehen die Lautsprecher also beispielsweise 1,5m voneinander entfernt, solltest du zur linken und rechten Box ebenfalls 1,5m Abstand einhalten.
  • Die Monitore stehen gleich hoch, sind auf Ohrhöhe und zur Abhörposition gewinkelt. Sie zeigen also nicht gerade nach hinten. Die Winkelung kannst du je nach Geschmacköffnen oder verkleinern.
  • Entkoppele die Lautsprecher akustisch vom Untergrund. Hast du keinen eigenes dafür konstruierten Studiotisch, stelle sie am besten auf Stative.

Genaue Angaben zur maximalen Aufstellungsbreite und dem Mindestabstand zur hinteren Wand sowie anderen technischen Details wie Frequenzgang kannst Du den Datenblättern entnehmen.

Die Basis deines Arbeitsplatzes ist somit geschaffen. Befassen wir uns mit zwei weiteren in Räumen auftretenden Problemen, Nachhallzeit und erste Reflexionen. Die ersten hörbaren und störenden Reflexionen aus Sicht des Abhörplatzes treten meist links und rechts an der Wand, sowie an der Decke auf. Somit ergeben sich drei Punkte von denen aus der Schall direkt zu Dir zurückreflektiert, bzw. gespiegelt wird. Diese liegen in einem Raum mit parallelen Wänden meist genau zwischen dir und dem Lautsprecher. Da das Reflexionsverhalten von Schall ähnlich dem des Lichtes ist, was bedeutet er tritt im selben Winkel von einer Wand aus wie er eintritt, brauchst Du um die genauen Reflexionspunkte zu finden einen Helfer und einen Spiegel. Du sitzt dabei am Abhörplatz und dein Helfer verschiebt den Spiegel so lange an Wand und Decke bis du den Lautsprecher im Spiegel sehen kannst. An dieser Stelle solltest du am besten einen Breitband-Absorber aufhängen. Solche gibt es im Musikgeschäft zu kaufen. Mit ein wenig handwerklichem Geschick lassen sich diese kostengünstig auch selbst bauen. Im Internet findet man dazu viele gute Anleitungen.

Die Nachhallzeit kannst du ganz einfach mit dem Einrichten und möblieren deines Raumes reduzieren. Hilfsmittel hierbei sind beispielsweise eine Couch, Bücherregale, Vorhänge, sogar Pflanzen und Teppiche. Hier kann alles helfen was keine glatte Oberflächenstruktur hat und somit den Schall brechen oder absorbieren kann.

Wie bereits oben erwähnt wirst du mit diesen Mitteln keinen professionellen Akustikbau ersetzten können, trotzdem wird sich der Höreindruck verbessern. Viel Spaß beim Einrichten.