Recording in Stereo

Recording in Stereo

Was muss ich wissen um guten Stereo Sound zu bekommen?

Wenn Du eine Stereoaufnahme machen möchtest brauchst Du dazu auf jeden Fall mindestens zwei Mikrofone. Wie auch bei unseren Ohren soll eine Unterscheidung zwischen links und rechts erzielt werden. Damit Du dies gut hören kannst, muss Deine Schallquelle dazu aber auch die nötige Breite haben.

Eine Gitarre also mit einem Mikro am Hals und eins am Schallloch abzunehmen und die Signale links und rechts im Panorama zu drehen macht also noch kein Stereo aus. Bei einem Schlagzeug oder einem Chor, mit merklichen Unterschieden zwischen der einen und der anderen Seite macht das aber durchaus Sinn. Auch ist Stereo immer gut zum Abbilden von Räumen geeignet. Vorab sei aber gesagt, dass Du zum Abhören der Aufnahme Deine Boxen im Stereo Dreieck aufstellen sollst. Das bedeutet Dein Kopf und die zwei Lautsprecher sollen miteinander ein gleichseitiges Dreieck bilden, wobei Du und die Boxen jeweils eine Spitze des Dreiecks darstellen. Stereodreieck

AB XY ORTF MS
AB  XY  ORTF  MS

In obiger Tabelle sind die gängigsten Stereo Mikrofonverfahren abgebildet.

AB sind zwei Nieren- oder Kugelmikrofone parallel nebeneinander. Diese Mikrofonierung zeichnet vor allem das Abbilden guter räumlicher Tiefe aus. Es gibt eine kleine AB, bei welcher die Mikrofone ca. 17 cm voneinander entfernt sind, und eine große, mit Abständen bis zu einem Meter.

Für XY brauchst Du zwei Nierenmikrofone in einem Winkel von 90° zueinander. Die Membranen beider Mikrofone sollen hierbei direkt übereinander stehen. Damit kannst Du eine gute Unterscheidung zwischen Links und Rechts erzielen.

ORTF ist klanglich eine Mischform aus AB und XY. Die Link-Rechts Ortung und räumliche Tiefe ähneln sehr dem menschlichem Höreindruck. Das liegt daran, dass die Membranen ca. 17cm voneinander entfernt sind. Das entspricht circa dem durchschnittlichen menschlichem Ohrenabstand. Der Öffnungswinkel beider Mikrofone zueinander ist 110°.

Mit einer MS-Mikrofonierung kannst Du einen sehr weiten, übernatürlichen Sound erzielen. Sie eignet sich daher immer gut dazu, beispielsweise Akustikgitarren sehr breit klingen zu lassen. Zudem hast du eine gute Links-Rechts Ortung. Für diese Art zu mikrofonieren brauchst Du für das Mittensignal eine Niere, und für die Seiten eine Acht. Beide Mikrofonmembranen sollen so eng es geht übereinander platziert werden, in einem Winkel von 90° zueinander. Das Seitensignal duplizierst du am Mischpult, drehst bei einem Kanal die Phase und drehst das Panorama der Seitensignale auf extrem links und rechts. Du erhältst als mit zwei Mikrofonen drei Kanäle am Pult.

Es gibt noch mehr Möglichkeiten in Stereo aufzunehmen. Für Orchester beispielsweise mit einem Decca Tree, Jazz Schlagzeug mit der Glyn Johns Technik, oder eigens konstruierten Stereo Mikrofonen. Trotzdem wirst Du mit allen vier oben genannten Arten einen guten Sound erzielen können. Wichtig ist es, sie gut kennen zu lernen um sie gezielt einsetzen zu können.